Die perfekte Pflege für den Lederschuh

Obwohl sich Menschen heute viel weniger bewegen als früher, legen sie immerhin noch rund 6.000 Schritte pro Tag zurück. Statistiker haben errechnet, dass man im Laufe eines Lebens rund vier Mal zu Fuß die Welt umrundet. Es macht daher Sinn, dem Thema Schuhe Beachtung zu schenken. Kaum ein Körperteil wird jeden Tag so beansprucht wie der Fuß – und das selbst bei unsportlichen Menschen. Vom Aufstehen bis zum zu Bett gehen ist man auf den Beinen. Dass rund 60 Prozent der Erwachsenen an Problemen mit den Füßen leiden, liegt an unpassendem Schuhwerk. Vor allem bei Kindern sind sie oft zu klein, da Eltern zu spät erkennen, wann der Nachwuchs herauswächst. Beim Schuhkauf ist unbedingt auf eine perfekte Passform zu achten und das in jedem Alter. Denn immerhin macht der Schuh jeden Schritt mit und soll dabei Halt und Stütze an den richtigen Stellen bieten. Wenn man einmal den richtigen Schuh gefunden hat, der diese Kriterien erfüllt möchte man ihn naturgemäß möglichst lange behalten. Möglich ist das, wenn es auch bei der Pflege passt.

Kleiner Ausflug in die Geschichte von Lederschuhen

Schuhe sind offenbar fast so alt wie die Menschheit selbst. Schon vor 40.000 Jahren versuchte man mit verschiedenen Utensilien die Füße zu schützen. Das war damals auch wichtig, denn als Nomaden durch das Land zogen legten sie dabei hunderte Kilometer im Monat zurück. Zwar gibt es keine tatsächlichen Schuhfunde, die ein derartiges Alter belegen, dennoch bezeugen Knochenveränderungen an uralten Skeletten, dass sich die körperliche Entwicklung durch das Tragen von Schuhen veränderte. Die ersten richtigen Beweise über den Einsatz von Schuhen sind 13.000 bis 15.000 Jahre alt. Auf Wandmalereien aus diesem Zeitraum sind Jäger zu sehen, die mit Stiefeln bekleidet waren. Sie wurden damals bereits aus Tierhaut und Fell gefertigt.

Auch was das Schuhwerk betrifft war der Fund der Gletschermumie Ötzi in den Ötztaler Alpen eine Sensation. Die ungefähr 5.300 Jahre alte Leiche war nahezu vollständig bekleidet. Unter anderem trug sie Schuhe, die aus verschiedenen Materialien hergestellt worden waren. Für den Schaft verwendete man schon damals Rinderleder, die Sohle aus Bärenfeld schützte vor kalten Temperaturen. An der Unterseite sorgte ein quer verlaufender Lederstreifen für mehr Halt auf rutschigem Boden. Somit ist klar, dass schon vor Jahrtausenden das Schuhmacherhandwerk existierte und Leder als Material geschätzt wurde.

Bereits im späten Mittelalter wurde die Technik des Rahmennähens angewendet. Darunter versteht man, dass der Schaft mit dem Rahmen vernäht wurde. Auch heute werden noch rahmengenähte Schuhe manuell hergestellt. Sie sind an einer sichtbaren Naht an der Sohle zu erkennen. Deutlich günstiger wurden Schuhe, als sie in Massenproduktion gingen. Das war um 1830, als die Nähmaschine die Fertigung massiv erleichterte. Nun wurden Lederschuhe auch für die einfache Bevölkerungsschicht leistbar, da innerhalb kurzer Zeit größere Mengen produziert werden konnte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren auch bereits Schuhpasten bekannt, die für die Pflege von Lederschuhen eingesetzt wurden.

Schuhe imprägnieren für längere Haltbarkeit

Das Thema Lederschuhe pflegen beginnt gleich direkt nach dem Kauf. Dann nämlich sollten die Schuhe imprägniert werden. Dabei wird auf das heikle Leder ein Stoff angebracht, der das Material vor allem vor Nässe schützt. Normalerweise handelt es sich bei Leder um einen Naturstoff, der Wasser anzieht. Durch die feinen Poren dringt Feuchtigkeit in das Material ein, die sich auf lange Sicht negativ auf den Schuh auswirkt.

Ein geeignetes Imprägniermittel schützt Lederschuhe vor jeder Witterung. Oft werden die Modelle gleich direkt beim Hersteller imprägniert, das ist jedoch nicht immer der Fall. Hier einige wichtige Tipps zum Imprägnieren:

  • Ein einmaliges Imprägnieren nach dem Kauf reicht nicht aus. Der Nässeschutz sollte – je nachdem wie oft die Schuhe verwendet werden – alle vier bis acht Wochen erneuert werden.
  • Für Glattleder haben sich Cremen bewährt, die allerdings das Material etwas dunkler werden lassen. Als Alternative bietet sich Wachs an
  • Besonders praktisch sind Imprägniersprays. Sie werden in einem Abstand von 30 bis 50 Zentimeter auf das Leder aufgesprüht. Besonders effizient ist diese Variante bei Raulederschuhen.
  • Vor allem bei Sprays sollte man die Schuhe 24 Stunden nach der Behandlung nicht anziehen.

Lederschuhe regelmäßig pflegen

Die richtige Pflege von Lederschuhen läuft in mehreren Schritten ab. Zunächst einmal geht es darum, mit einem trockenen Lappen den gröbsten Schmutz zu beseitigen. Ist der Dreck bereits eingetrocknet, ist eine spezielle Schuhbürste empfehlenswert. Vorsichtig vorzugehen ist bei Schuhen aus empfindlichem Veloursleder.

Sind die Schuhe nass geworden, müssen sie vor der Pflege trocknen. Dazu hat sich Zeitungspapier bewährt, das in die Schuhe gesteckt wird. Es hilft dem Leder dabei, seine Form zu bewahren. Den Trocknungsprozess zu beschleunigen indem man die Schuhe unter die Heizung stellt, hat sich nicht bewährt. Dann verlieren sie nämlich ihre Form. Nach dem Trocknen erfolgt die Pflege mit einer Creme oder einem Wachs. Dadurch wird das Leder wieder elastischer und erhält einen schönen Glanz. Am besten eignet sich farblose Schuhpaste, die keine Flecken hinterlässt.

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